Projekt Nr. 12 – Bau eines Kindergartens in Me Nang, Meo Vac Distrikt im Norden Vietnams

Projekt Nr. 12 – Bau eines Kindergartens in Me Nang, Gemeinde Xin Cai,  Meo Vac Distrikt, Provinz Ha Giang im Norden Vietnams

Stand Juni 2017: Am 22. Juni 2017 besuchte das Team der LOAN Stiftung (Isabelle Müller, Corinna Buchholz und Werner Huemer – auf eigene Kosten und nicht auf Kosten der Stiftung) die Gemeinde Xin Cai. Ursprünglich wollten wir planmäßig mit dem Auto und anschließend mit dem Moped die Siedlung Me Nang erreichen, doch die starken Regenfälle der letzten Wochen machten einige Abschnitte unserer Route unpassierbar. Steinschläge, abgebrochene Straßen und überflutete Wege zwangen uns an diesem Tag, dieses Ziel zu streichen. Da der Berg auf dem wir uns gerade befanden quasi gegenüber von Me Nang lag, beschlossen wir einige Hunderte Meter auf einem Trampelpfad zu laufen, um das Projekt aus der Ferne zu betrachten. Es gelang uns.

 

Die Gemeinde Xin Cai liegt 32 Kilometer vom Zentrum des Meo Vac Distriktes entfernt. Wegen ihrer geographischen Lage liegt die Entwicklung dieser Gemeinde in den Bereichen wirtschaftlicher Entwicklung und Bildung schwer im Rückstand. Im Norden grenzt Xin Cai der Gemeinde Thuong Phung, im Süden den Gemeinden Giang Chu Phin und Son Vi. Im Osten liegt China (8,7 Kilometer gemeinsamer Grenze), im Westen liegen die Gemeinden Pa Vi und Pai Lung. Xin Cai besteht aus 19 Siedlungen, 6 von ihnen grenzen China an.
Die Gemeinde Xin Cai liegt auf 1200 Meter höhe und umfasst insgesamt 3.590,51 Hektar. Davon sind 2.211,3 Hektar reine Agrarfläche, 1.200,93 Hektar Wald (davon 968,22 Hektar Naturschutzgebiet) und 178,28 Hektar sind nicht kultiviert. Die steilen Hänge (Durchschnittsgefälle 25%) aus Kalkstein lassen sich schwer bewirtschaften. Das Klima ist rau und trocken. Die kalte Jahreszeit bringt viele Frostschäden mit sich. Schneefälle sind hier keine Seltenheit. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 15,7 °C, die höchste Monatstemperatur 19,7 °C und die kühlste Monatstemperatur 12,9 °C im Schnitt. Der Winter bringt starken Nebel und die Temperatur fällt auf bis – 6°C. Erosion in der Regenzeit, Dürre und Wasserknappheit in der Trockenzeit sind die Folgen.
Laut Statistik aus dem Jahr 2017 leben in der Gemeinde Xin Cai 902 Haushalte (5049 Einwohner). 63,30% aller Haushalte sind arm. Die Gemeinde setzt sich aus 9 ethnischen Minderheiten: H´Mong (70,18%), Dao, Lo Lo, Giay, Tay, Xuong, Nung, Hoa und Kinh (https://de.wikipedia.org/wiki/Völker_Vietnams). Die meisten leben von der Landwirtschaft (Anbau von Mais, Reis, Soja, weitere Getreidesorten und Tierfutter), Forstwirtschaft und Tierzucht.
In Me Nang leben 62 Haushalte (359 Einwohner), die meisten gehören der Lo Lo Minderheit. Me Nang teilt sich eine lange Grenze mit China. Durch die schwere Zugänglichkeit ihrer Siedlung, bleiben die Einwohner in der Regel in ihrem Dorf. In der jetzigen baufälligen Schuleinrichtung von Me Nang besuchen gleichzeitig 49 Kinder den Kindergarten und 20 Kinder die Grundschule. Das wetterdurchlässige Gebäude gilt als provisorische Lösung. Es regnet rein. Der wind bläst durch. Im Winter frieren die Kinder. Einige von ihnen müssen gezwungenermaßen auf weiter entfernten Einrichtungen ausweichen, um unterrichtet zu werden. Andere schwänzen den Unterricht, weil die Klassen überfüllt sind und die Lernbedingungen unerträglich sind. Ein qualitativer Unterricht kann nicht gewährleistet und das normale Bildungsniveau definitiv nicht erreicht werden.
In einem auf sie zugeschnittenen, großzügigen und sauberen Umfeld könnten sich die Kinder deutlich besser entfalten und ihre sozialen Kompetenzen stärken. Sie hätten einen regelmäßigen Zugang zu Bildung, Freude am Unterricht und somit am Schulbesuch. Mit einem mindestens gleichen oder sogar besseren Bildungsstand könnten die Schüler/innen mit anderen Kindern ihres Alters aus anderen besser gestellten Regionen mithalten, weiterführende Schulen besuchen und somit ihre Chancen auf eine bessere Zukunft steigern. Und die Kinder müssten keinen gefährlichen Schulweg auf sich nehmen. Durch diese neue, fest bestehende Infrastruktur vor Ort würden die Lehrkräfte einen qualitativen Unterricht gewährleisten. Die Familien und infolgedessen die gesamte Gemeinde wären hiermit auch stark entlastet. Die Armut wäre hiermit effektiv bekämpft.

Me Nang liegt 12 Kilometer vom Gemeindezentrum entfernt (mit 7 Kilometer asphaltierter Straße, 3 Kilometer Piste und 2 Kilometer Trampelpfad). Der Transport von Gütern oder Baumaterialien bei einem Gefälle zwischen 12% und 15% gestaltet sich als extrem schwierig.  Als ideale Baulösung bieten sich daher wetterbeständige EPS Platten. Die Bevölkerung wird bei der Vorbereitung des Bauplatzes mit anpacken.
Anhand von Plänen und Kostenvoranschlägen wurde mit unseren vietnamesischen Partnern definiert, was genau gebraucht wird. Auf die Zukunft gerichtet, benötigt die Siedlung Me Nang demnach folgendes:

1 x  Gebäude (2 Klassenzimmer, 1 Lehrerzimmer)

Benötigtes Gesamtvolumen: ca. USD 29.200,00 (oder ca. € 27.300,00)

Weil die LOAN Stiftung eine Verbrauchsstiftung ist, kann sie über kurze Wege helfen. Wir möchten gerne dieses Projekt realisieren, sind jedoch auf jede finanzielle Spende angewiesen. Wir bleiben zuversichtlich, dass es uns gelingt, genügend Spenden zu sammeln.

In Kooperation und stetigem Kontakt zu unseren vietnamesischen Partnern, werden wir wie bisher persönlich und direkt vor Ort dieses Projekt überwachen und betreuen. Wir werden regelmäßig über die Fortschritte berichten.

Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei ideell und finanziell unterstützen. Dafür vielen Dank!

Stand September 2017: Am 16. September 2017 besuchte ein zweiköpfiges Team der LOAN Stiftung (Isabelle Müller und Corinna Buchholz– auf eigene Kosten und nicht auf Kosten der Stiftung) die Gemeinde Xin Cai. Seit unserem letzten Besuch hatten uns Besorgnis erregende Nachrichten aus Me Nang erreicht. Die Lo Lo Siedlungen unterhalb vom Bergkamm wurden durch die langen, anhaltenden Regenfälle schwer getroffen. Es gab mehrere Erdrutsche (mit Opfer bei Mensch und Tier). Der einzige Weg nach Me Nang wurde weggespült. Die Ernten gingen kaputt. Der Notstand wurde für Monate ausgerufen. Am Tag unseres Besuches wurde nun offiziell bekanntgegeben, dass über 27 Familien umgesiedelt werden müssen. Diese aus der Not geborene Maßnahme der vietnamesischen Regierung hat einen guten Aspekt in sich: Die Lo Lo Gemeinde wird zukünftig an einem sicheren Ort leben und die Regierung wird bei der Aktion gleich die entsprechende Schuleinrichtung (Kindergarten und Grundschule) bauen. Da die Sicherheit der Menschen Vorrang hat, begrüßen wir diese Initiative, die gleichzeitig bedeutet, dass die LOAN Stiftung dieses Projekt nicht realisieren wird. Hiermit wird Me Nang aus unserer Projektliste genommen.

Von | 2018-07-20T15:39:08+00:00 Juni 29th, 2017|Projekte|0 Comments

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