Projekt Nr. 21 – Einfassungen für mehr Identität und Heimatgefühl

Projekt Nr. 21– Bau von drei Einfassungen in der Grundschule von Xin Cai, Meo Vac Distrikt, Provinz Ha Giang im Norden Vietnams

Der Distrikt von Meo Vac liegt ca. 164 Kilometer von Ha Giang Stadt entfernt, im Nordwesten von Vietnam. Es grenzt an China im Norden, an den Distrikten Dong Van und Yen Minh im Westen, und Cao Bang im Süden. Der Distrikt umfasst eine Fläche von 57668,61 ha, darunter nur 22,5% landwirtschaftliche Fläche und 23% Waldfläche.
Der Distrikt zählt 14627 Haushalte (77023 Einwohner) stammend aus 17 Minderheiten. Die Minderheit der H´Mong (78%) ist am stärksten vertreten.
Die Gemeinde Xin Cai liegt 32 Kilometer vom Zentrum des Meo Vac Distriktes entfernt. Wegen ihrer geographischen Lage liegt die Entwicklung dieser Gemeinde in den Bereichen wirtschaftlicher Entwicklung und Bildung schwer im Rückstand. Im Norden grenzt Xin Cai der Gemeinde Thuong Phung, im Süden den Gemeinden Giang Chu Phin und Son Vi. Im Osten liegt China (8,7 Kilometer gemeinsamer Grenze), im Westen liegen die Gemeinden Pa Vi und Pai Lung.
Xin Cai besteht aus 19 Siedlungen (6 von ihnen grenzen China an), die in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Die erste Gruppe besteht aus 10 Siedlungen (Co Tang, Tia Cho, Khai Hoang 2, Khai Hoang 3, Xin Cai, Ban Chuoi, Bo Song, Phuong Luong, Ban Trang und Tia Kinh). Diese Gruppe liegt in der Nähe des Flusses Nho Que. Die zweite Gruppe besteht aus 9 Siedlungen (Lung Van Chai, Lung Thung, Sa Nhe Lu, Sua Nhe Lu, Lung Thang, Me Nang, Pao Sang, Co Lang und Ngai Tro).
Die Gemeinde Xin Cai liegt auf 1200 Meter höhe und umfasst insgesamt 3.590,51 ha. Davon sind 2.211,3 ha reine Agrarfläche, 1.200,93 ha Wald (davon 968,22 ha Naturschutzgebiet) und 178,28 ha sind nicht kultiviert. Die steilen Hänge (Durchschnittsgefälle 25%) aus Kalkstein lassen sich schwer bewirtschaften. Das Klima ist rau und trocken. Die kalte Jahreszeit bringt viele Frostschäden mit sich. Schneefälle sind hier keine Seltenheit. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 15,7 °C, die höchste Monatstemperatur 19,7 °C und die kühlste Monatstemperatur 12,9 °C im Schnitt. Der Winter bringt starken Nebel und die Temperatur fällt auf bis – 6°C. Erosion in der Regenzeit, Dürre und Wasserknappheit in der Trockenzeit sind die Folgen.
Es leben in der Gemeinde Xin Cai 923 Haushalte (5186 Einwohner). 57,2% aller Haushalte (528 Haushalte) sind arm. Die Gemeinde setzt sich aus 9 ethnischen Minderheiten: H´Mong (70,18%), Dao, Lo Lo, Giay, Tay, Xuong, Nung, Hoa und Kinh. Die meisten leben von der Landwirtschaft (Anbau von Mais, Reis, Soja, weitere Getreidesorten und Tierfutter), Forstwirtschaft und Tierzucht.

Am 11. Mai 2018 besuchte das Team der LOAN Stiftung (Isabelle Müller und Corinna Buchholz) auf eigene Kosten und nicht auf Kosten der Stiftung) erneut die Grundschule der Gemeinde Xin Cai, Meo Vac Distrikt, Provinz Ha Giang im Norden Vietnams. 775 Kinder, aufgeteilt in 41 Klassen, besuchen diese Schule. Dort trafen wir u.a. unseren vietnamesischen Partner, Herrn Van Vang, die Schulleiterin und eine Lehrerin. Nach der Kontrolle unseres Projektes Nr. 1 (Bau von Schlafräumen und einer sanitären Anlage), machen wir anschließend einen kleinen Rundgang. Die Schulleiterin und die Lehrerin informieren uns über die Fortschritte, die die Schule seit unserem damaligen Einsatz erreicht hat.

Die Grundschule von Xin Cai hat nicht nur ein großes Vordach über den Hof bekommen, sondern auch mit Hilfe der Leitung des Distriktes eine große überdachte Schulkantine, in der die Kinder in einem sauberen, geschützen Umfeld ihre Mahlzeiten einnehmen oder ihre Pausen verbringen können. Der gesamte Innenhof wurde liebevoll dekoriert und mit schönen Landschaftsmotiven von den Kindern bemalt. Selbstgebastelte Bögen aus Bambus schmücken den Durchgang zu den Schlafräumen. Aus der ehemaligen Küche wurde eine sehr gepflegte Bücherei mit Leseraum. Die rußigen Räume wurden neu verputzt und gestrichen. Neue, große Fenster sorgen für genügend Licht. Selbstgebastelte Bilder der Kinder schmücken die Wände. Die Schule von Xin Cai sieht nun aus wie eine richtige Schule. Wir erfahren, dass die Schule sogar den dritten Platz bei einem vom Distrikt ausgerichteten Wettbewerb belegt hat. Wir sind begeistert und möchten noch mehr erfahren: Gibt es Pläne für die Zukunft?…

Ja durchaus! Aus den Münden der Schuldirektorin und der Lehrerin sprudelt es nur so raus… Sie und die gesamte Lehrerschaft haben etwas vor, doch sind ihre Finanzierungsmöglichkeiten begrenzt. Durch den Bau von neuen Schlafräumen, einer sanitären Anlage und neuer Kantine wurde das Leben der Kinder wesentlich erleichtert. Die Lehrerschaft bemüht sich so gut es geht, das Umfeld schön zu gestalten. Es werden Setzlinge in alten Flaschen gezogen, oder Wände dürfen von den Kindern selbst gestaltet und bemalt werden. Die erste Hürde, dass die Kinder überhaupt gerne in die Schule gehen, wurde nun geschafft.

Jetzt würde die Lehrerschaft gerne die Kinder, die alle aus ethnischen Minderheiten stammen, an ihren Wurzeln erinnern. Wie das?… Auf dem Schulgelände gibt es drei Stellen, die mit kleinen, bepflanzten Mauern eingefasst werden könnten. Die erste Stelle ist die Einfahrt, die man als Erstes sieht, wenn man das Schulgelände betritt. Eine schöne Einfahrt, gebaut im Stil der Einheimischen, würde den Kindern Willkommen heißen. Die zweite Stelle ist der hintere Aufgang zu den ehemaligen Schlafräumen und Wohnstätten der Lehrer/innen. Weil die Bauweise dieser Mauern der typischen Bauweise von ethnischen Minderheiten entsprechen würde, würden sich die Kinder daran erinnern, woher sie stammen. Sie wären stolz auf ihren Wurzeln und ihre Identität. Weiterhin hätten die Internatskinder einen Bezug zu ihren Familien, die sie unter der Woche sicherlich vermissen. Die dritte Stelle führt zu den Klassenzimmern im unteren Teil des Geländes. Mit Steinen und Mörtel wäre auch dieser Zugang nicht nur sicherer für die Kinder, sondern viel schöner, wenn begrünt.

Die Grundschule von Xin Cai hat seit unserem ersten Einsatz riesige Fortschritte gemacht und gibt sich weiterhin unheimlich viel Mühe. Den Kindern wird nach wie vor mit eigenen Bienenstöcken beigebracht, wie Honig hergestellt wird. Die Lehrerschaft zeigt Eigeninitiative. Das gehört belohnt, meinen wir!:) Die LOAN Stiftung möchte deshalb dieses Projekt unterstützen, um die Identität dieser Kinder zu stärken und ihnen ein Gefühl von Heimat zu geben.

Anhand von Kostenvoranschlägen wurde mit unseren vietnamesischen Partnern definiert, was genau gebraucht wird. Auf die Zukunft gerichtet, benötigt die Grundschule von Xin Cai demnach folgendes:

3 Einfassungen mit Begrünung

Die Kosten für den Bau von drei Einfassungen würden normalerweise USD 2.000,00 (oder € 1.740,00) betragen. Doch weil die Lehrerschaft durch Eigenarbeit die Hälfte der Kosten sparen kann, reduziert sich das Gesamtvolumen auf:

Benötigtes Gesamtvolumen: ca. USD 1.000,00 (oder ca. € 870,00)

Weil die LOAN Stiftung eine Verbrauchsstiftung ist, kann sie über kurze Wege helfen. Wir möchten gerne dieses Projekt realisieren, sind jedoch auf jede finanzielle Spende angewiesen. Wir bleiben zuversichtlich, dass es uns gelingt, genügend Spenden zu sammeln.

In Kooperation und stetigem Kontakt zu unseren vietnamesischen Partnern, werden wir wie bisher persönlich und direkt vor Ort dieses Projekt überwachen und betreuen. Wir werden regelmäßig über die Fortschritte berichten.

Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei ideell und finanziell unterstützen. Dafür vielen Dank!

Von | 2018-07-30T09:29:18+00:00 Juli 18th, 2018|Projekte|0 Comments

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